
11 Fakten über den Heuschreck
Wie Claus Roth eine grüne Tradition in Trier begründete
06.11.2026
Seit 1962 schenkt der Heuschreck seiner Stadt Bäume. Was auf Initiative von Claus Roth begann, wird am 8. November 2026 um 10:30 Uhr mit einer weiteren Pflanzung fortgesetzt.
Wer an Heuschrecken denkt, hat vielleicht zunächst kahle Felder vor Augen. Bei der KG Heuschreck führt die Spur dagegen zu Bäumen, die der Stadt Trier geschenkt wurden. Die Baumpflanzaktionen gehören zu jenen Aktivitäten, mit denen die Gesellschaft auch außerhalb der Karnevalssäle etwas für ihre Stadt beiträgt.
Die Idee stammte von Gärtnermeister Claus Roth, einem Ehrenminister des Heuschreck. 1962 wurde der erste Baum vor dem Landesmuseum gepflanzt. Der historische Hintergrund reicht noch weiter zurück: Bereits 1952 hatte die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald den „Tag des Baumes“ ins Leben gerufen, um auf die Waldverluste durch den Krieg aufmerksam zu machen. Roth brachte den Gedanken einer solchen Pflanzung nach Trier.
Die erste Baumpflanzung fand 1962 statt. Zwei Zeitungsberichte von 1964 erwähnen übereinstimmend die dritte Pflanzaktion. Auch ein Brief aus dem Heuschreck-Archiv von 1963 verweist auf die Pflanzung im Vorjahr.
Die Tradition wurde an verschiedenen Orten sichtbar. Im Palastgarten setzte der Heuschreck drei Libanon-Zedern. Auf der Westseite der Konrad-Adenauer-Brücke entstand ein „Heuschreck-Hain“. Seit dem Jubiläumsjahr 2018 wurde außerdem der Schießgraben in der Nähe des Alten Zollhauses begrünt. Die Pflanzaktion fand in der Regel am Muttertag statt, wobei es auch Ausnahmen gab.
Zum 175. Jubiläum wurden am 15. April 2023 eine Rotbuche und ein Tulpenbaum gestiftet. Damit erzählt diese Geschichte zugleich vom Wandel der Aufgaben: Nach Kriegsschäden und dem Waldsterben rückten auch die Folgen trockener und heißer Sommer in den Blick.
Am Sonntag, 8. November 2026, um 10:30 Uhr wird die Tradition mit einer weiteren Baumpflanzung fortgesetzt. Der Heuschreck bleibt damit auch außerhalb der Session in Bewegung – und manchmal wächst aus seinem Engagement etwas, das lange stehen bleibt.
Quellen: Heuschreck-Chronik (2023), S. 215–218.